Kunstausstellung „grenzenlos“ – großer Besucherandrang und viel Begeisterung
Freitagabend 22. November 2024 in der ehemaligen Friedenskirche in Hochdorf.
Erkennbar angespannt warteten die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler: Karin Genitheim, Sandra Payne, Thesi Theiss, Bernd K. Lörz und Lotfi Saidi vom TeamKunst, auf die bevorstehende Eröffnung der Kunstausstellung „grenzenlos“. Es war die erste gemeinsame Ausstellung von …dorfwerken… und dem Kulturring Hochdorf. Erst vereinzelt und dann als nicht endende Schlage an Interessierten füllten die Besucherinnen und Besucher die Ausstellungsräume und am Ende auch das Foyer bis hin zur Eingangstür. Ein Andrang dieses Ausmaßes wurde von Veranstalter und Ausstellende nicht erwartet. „Wir sind einfach nur begeistert“, so Karin Genitheim.
Mit der musikalischen Einstimmung und Begleitung durch den Jazz-Musiker Uli Gutscher konnten die Anwesenden auch die überzeugende Akustik des Raumes miterleben.
Beate Schmid von …dorfwerken… konnte neben den vielen Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern den Landtagsabgeordneten der SPD Andreas Kenner, Bürgermeister Gerhard Kuttler, Hochdorfer Gemeinderäte und Vereinsvorsitzende begrüßen. Anschließend schilderte sie die Entwicklung der ehrenamtlichen Initiative …dorfwerken… und stellte die derzeit aktiven Gruppen mit ihren vielfältigen Möglichkeiten vor.
Karin Genitheim vom Kulturring erläuterte, warum es wichtig ist, den Kulturring wieder mit Leben zu erfüllen. So könne der Kulturring die kulturellen Aktivitäten von Hochdorfer Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des „dorfwerkens“ unterstützen und sich von reinem Konsum kultureller Angebote hin zur Unterstützung kultureller Eigeninitiativen aus der Mitte des Dorfes hinwenden. „KULTUR führt somit zu einem Miteinander von Menschen und von Menschen mit ihrer Umwelt, es bildet sich eine Gemeinschaft. In dieser Gemeinschaft ist es von großer Bedeutung, immer wieder für neue Kulturen offen zu sein, KULTUR weiterzugeben und zu verbreiten, denn dadurch entstehen Kulturräume. Für diese Kulturräume Spielräume zu schaffen, dafür steht der Kulturring Hochdorf“, so Karin Genitheim.
Die Einführung in die Ausstellung erfolgt durch den Kunst- und Kulturwissenschaftler Dr. Tobias Wall.

„Leider schützt uns die Kunst nicht vor dem Angriff des Bösen. Das Schöne ist nicht imstande, die Welt zu retten, aber es gibt der Menschheit Kraft und ist das Licht, das die Dunkelheit besiegt. Das soll unsere Botschaft sein.“ Dieses Zitat des ukrainischen Komponisten Oleksandr Shchetynsky begann die theoretische Vorbetrachtung zur Kunst in unserer heutigen Welt.
Danach ging er auf die Künstlerinnen und Künstler ein. „Ein mächtiges Häuflein aufrechter Menschen, die aus tiefster Überzeugung ihre Kunst in die Gesellschaft bringen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, dass die Künstlerinnen und Künstler beruflich ursprünglich in ganz anderen Bereichen gearbeitet haben und Kunst vor allem aus persönlicher Passion schaffen, auch nicht, dass sie allesamt keine Jungspünde und -spündinnen mehr sind. Im Gegenteil. Bei unserem gemeinsamen Gespräch, bei dem wir uns u.a. über das großartige „dorfwerken“-Projekt unterhalten haben - hatte ich den Eindruck, dass sie gerade aus ihrem Alter und ihrer Lebenserfahrung eine unglaubliche Kraft entwickeln und ihre künstlerischen Anliegen und diese Ausstellung mit einer Energie und Überzeugungskraft verfolgen.
Den grenzenlosen Hochdorfer Künstlerinnen und Künstlern geht es um mehr als im netten Kreis vor sich hin zu pinseln. Als TeamKunst wollen sie die kreativen Kräfte, die hier in Hochdorf walten, und die Haltung, die dahintersteckt, in die Ortsgesellschaft tragen und sichtbar machen. Und so zeigt sich für mich in deren Arbeit und dieser Ausstellung etwas, das für mich in der Kunst insgesamt zentral ist: Bei der Kunst geht es nicht nur um ästhetische, sondern vor allem um gesellschaftliche d.h. soziale Verantwortung.“
Eine geniale Kombination, so Dr. Wall, zu der Ausstellungsarchitektur mit Bauzäunen im ehemaligen Kirchenraum.
Im Anschluss ging Dr. Wall auf die künstlerischen Werke der einzelnen Künstlerinnen und Künstler ein.
Die gesamte Rede von Dr. Wall finden Sie hier
Nach dem offiziellen Teil der Eröffnung konnten sich die begeisterten Besucherinnen und Besucher noch lange und ausgiebig der Kunst und Kommunikation hingeben.
An den beiden folgenden Ausstellungstagen am Samstag und Sonntag ging der Besucherandrang unaufhaltsam weiter. Die große Anzahl an Besucherinnen und Besucher waren überrascht über diese Veranstaltung in Hochdorf. „Mit dieser Ausstellung konnten wir zeigen, was künstlerisch in uns steckt und wie die Räume in der ehemaligen Friedenskirche mit neuem Leben erfüllt werden können. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir mit unserer Ausstellung viele Menschen begeistern konnten“, so die Mitglieder vom TeamKunst.

Eröffnungsveranstaltung